Renda 8
ISBN 978-3-6967-6168-4
Mit Vergangene Leben – Eine Ausstellung schließt sich der Kreis der Renda-Saga.
Renda ist inzwischen der Ort, an dem viele Lebenswege zusammengekommen sind. Chano – eigentlich Lars Jensen – lebt dort mit seinem Mann Quico. Doch die Geschichte dieses Hauses reicht weit über seine heutigen Bewohner hinaus. Ihre Spuren führen zurück nach Ostpreußen, an das Kurische Haff und auf die Kurische Nehrung, nach Sarkau, Kunzen, Rossitten und Königsberg.
In Renda sind Kisten mit Urkunden, Briefen, Tagebüchern und anderen Zeugnissen der Vergangenheit erhalten geblieben. Chano beginnt, sich mit diesen Hinterlassenschaften zu beschäftigen. Namen, die zunächst nur auf alten Papieren stehen, werden wieder zu Menschen.
Wilhelm. Luise. Otto. Herta. Gerlinde. Mathilde. Anke. Gesche. Christoph. Robert.
Immer deutlicher erkennt Chano, dass diese Geschichten nicht nebeneinanderstehen. Sie gehören zusammen.
Aus den Dokumenten und seinen Vorstellungen entstehen Bilder. Schließlich wächst daraus die Idee einer Ausstellung: Die Menschen der Vergangenheit sollen noch einmal sichtbar werden – nicht als historische Daten, sondern als Menschen mit ihren Hoffnungen, ihrer Liebe, ihren Entscheidungen und ihren Verlusten.
Damit kehrt der Roman zugleich zu den Ursprüngen zurück, die in Licht über dem Haff erzählt werden. Herta und Meta, Franz Heilemann, die Familie zu Kunzen, das Stadthaus in Königsberg, das Landhaus auf Kunzen, Sarkau, die Dünen und das Haff treten wieder in den Blick. Tanz auf dem Vulkan führte viele dieser Lebenswege weiter; Krieg und Flucht rissen Familien auseinander, doch ihre Verbindungen wirkten über Jahrzehnte fort.
Eine besondere Bedeutung erhält Mathilde von Gerstäcker, geborene zu Kunzen.
Ihr Tagebuch beginnt im April 1943. Mathilde berichtet von ihrer Flucht aus Berlin nach Eiderstedt, von ihrer Mutter Herta zu Kunzen, von Jons und Antas, Ludwig von Schöneck und Ferdinand Heilemann, vom Untergang des Stadthauses in Königsberg und von der Erinnerung an Kunzen. Ihre Aufzeichnungen führen durch Krieg, Verlust und Neubeginn bis 1947.
Mit Mathildes Tod nach der Geburt ihrer Tochter Gesche endet ein Leben – aber nicht seine Wirkung auf die folgenden Generationen. Anke und Gesche bleiben zurück, und von hier führt der Weg schließlich weiter zu Robert und damit wieder zum Beginn der Renda-Reihe.
Gerade darin liegt die Besonderheit von Vergangene Leben:
Das achte Buch ist Anfang und Ende zugleich.
Es blickt zurück auf die Menschen, mit denen alles begann, und führt ihre Geschichten bis zu jenem Punkt, an dem Renda 1 – Des Schicksals Pfade einsetzt. Die chronologische Vergangenheit und der ursprüngliche Beginn der Renda-Saga begegnen sich.
Die Ausstellung wird damit mehr als eine Sammlung von Bildern. Sie wird zu einem Ort der Erinnerung.
Denn ein Leben endet nicht dort, wo seine Geschichte scheinbar aufhört. Briefe bleiben. Tagebücher bleiben. Bilder bleiben. Und manchmal findet jemand Jahrzehnte später eine Kiste, öffnet sie – und beginnt wieder zu erzählen.
Mit Vergangene Leben – Eine Ausstellung endet die lange Reise durch die Geschichten dieser Menschen.
Der Kreis von Renda schließt sich.
Fotos, Dokumente oder längere Erinnerungen können Sie mir gern per E-Mail senden: paul_martin1@gmx.net
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