Renda ist ein fiktiver Ort nordöstlich von Berlin – und zugleich die Verbindung, die sich durch alle acht Romane der Renda-Saga zieht.
Alles beginnt mit Renda 1 – Des Schicksals Pfade. Als dieser Roman entstand, war noch nicht geplant, dass daraus einmal eine ganze Reihe werden würde. Doch mit ihm entstand die Welt, auf die die späteren Romane immer wieder Bezug nehmen.
An einem kleinen See liegt das Haus der Familie Heilemann. Während des Krieges wird die kleine Ortschaft bei einem Luftangriff nahezu vollständig zerstört. Wie durch ein Wunder bleibt das Haus der Heilemanns unversehrt.
Zu den Nachbarn gehören Franz und Emma Renzow und ihre Tochter Martha. Franz und Emma kommen bei dem Angriff ums Leben. Die fast volljährige Martha wird daraufhin von der Familie Heilemann aufgenommen.
Jahre später besucht Marthas Sohn Robert regelmäßig die Heilemanns, seine Nenngroßeltern. Er spielt mit „Opa Heilemann“ im Garten und genießt den berühmten Streuselkuchen von „Oma Heilemann“.
Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wird diese Verbindung unterbrochen. Als Westberliner Kind kann Robert den Ort nicht mehr besuchen. Erst nach der Wende findet er ihn wieder.
Damit beginnt in Des Schicksals Pfade die Geschichte eines Ortes, der schließlich alle acht Romane miteinander verbinden wird.
Renda – die Verbindung zwischen den acht Romanen
Renda 1 – Des Schicksals Pfade ist der Ausgangspunkt der Reihe. Auch Renda 2 – Des Lebens Versuchungen knüpft unmittelbar an diese Geschichte und ihre Figuren an.
Danach führen die Romane teilweise weit fort von Renda – in andere Zeiten, zu anderen Menschen und an andere Orte. Dennoch besitzt jeder Roman eine Verbindung zu Renda.
In Renda 3 – Tanz auf dem Vulkan kommt Jons an diesen Ort. Er ist es, der ihm den Namen Renda gibt.
In Renda 4 – Unsterbliche Liebe rückt Renda wieder in den Mittelpunkt. Neue Bewohner ziehen in das Haus ein, und mit ihnen beginnt dort ein neuer Abschnitt seiner Geschichte.
In Renda 5 – Zwischen Dämonen zieht Robert nach seiner gescheiterten Ehe nach Renda. Damit greift der Roman wieder unmittelbar auf den Ausgangspunkt der Reihe zurück.
In Renda 6 – Schatten über Berlin führt schließlich auch Chanos Weg nach Renda.
In Renda 7 – Licht über dem Haff führt die Geschichte weit zurück nach Ostpreußen. Über Herta und Franz entsteht jedoch die Verbindung zu Renda. Franz geht nach Berlin und begegnet dort Pauline Kadow. Paulines Eltern gehört das Haus, das später zu Renda wird.
Damit führt Licht über dem Haff bereits zur Vorgeschichte des Hauses und in eine Zeit, in der der Ort den Namen Renda noch gar nicht trägt.
In Renda 8 – Vergangene Leben – Eine Ausstellung wird Renda erneut zum Ausgangspunkt. Dort werden Kisten mit alten Urkunden, Briefen und Tagebüchern gefunden. Was darin zum Vorschein kommt, führt zurück zu Menschen und Ereignissen aus vergangenen Zeiten und lässt Zusammenhänge sichtbar werden, die sich durch die gesamte Saga ziehen.
Aus den Dokumenten, Erinnerungen und Geschichten entsteht schließlich die Ausstellung, die dem Roman seinen Titel gibt. So führt der letzte Band vieles zusammen, was seinen Anfang in den vorhergehenden Romanen genommen hat – und ausgerechnet in Renda werden die Spuren dieser vergangenen Leben wiederentdeckt.
So ist Renda nicht in jedem Roman der Mittelpunkt der Handlung. Aber jeder der acht Romane besitzt seine eigene Verbindung zu diesem Ort.
Warum heißt Renda eigentlich Renda?
Auch der Name selbst stammt aus der Geschichte.
In Tanz auf dem Vulkan kommt Jons an den Ort, der später Renda heißen wird. Dabei erinnert er sich an einen seiner Lieblingsplätze in Königsberg.
Dieser befindet sich in der Rendantur. Unter dem Dach hat Jons einen Platz, von dem aus er über die Stadt blicken kann.
Aus der Erinnerung an diesen besonderen Ort entsteht der Name:
Rendantur – Renda.
Damit ist „Renda“ kein beliebig gewählter Fantasiename. Jons bringt mit dem Namen ein Stück seiner eigenen Vergangenheit an diesen neuen Ort.
Und dieser Name wird schließlich zum Namen der gesamten Romanreihe.
Ein Ort, den es nicht gibt
Renda existiert nicht auf einer Landkarte. Und das soll auch so bleiben.
Der Ort ist Fiktion. Deshalb bleibt auch seine genaue Lage bewusst offen. Historische Ereignisse bilden zwar immer wieder den Hintergrund der Romane, doch Renda selbst gehört zur erzählten Welt.
Über viele Jahre ist daraus ein Ort geworden, an dem sich Erfundenes, historische Ereignisse, Erinnerungen und autobiografische Spuren begegnen.
Die Reihe war nie von Anfang an als achtbändige Saga geplant. Ein Roman führte zum nächsten, Figuren kehrten zurück, andere bekamen ihre eigene Geschichte, und manches, was zunächst nur eine Nebenhandlung war, erhielt Jahre später eine neue Bedeutung.
Renda 1 war der Ausgangspunkt. Renda blieb die Verbindung. Und in Renda 8 werden die Spuren der Vergangenheit wiedergefunden, aus denen die Geschichte der gesamten Saga noch einmal sichtbar wird.
Eine kleine Leseprobe aus Des Schicksals Pfade
Der unberührte Schnee knirscht unter den Reifen, als Robert langsam weiterfährt und die ersten Spuren hinterlässt. Die Sonne des frühen Tages schickt ihre Strahlen über den See und lässt den Blick zum Haus wie ein Zauberbild erstrahlen. Ganz langsam fährt er weiter, bis er den Schuppen erkennt, der in gutem Zustand zu sein scheint. Er bleibt stehen, stellt den Motor ab, zieht den Zündschlüssel, öffnet die Autotür, steigt aus und sieht sich erstaunt um.
Die Luft ist für Ende November klirrend kalt, und er wickelt sich den Schal fester um den Hals. Doch er ist in einem Zauberland angekommen: Völlig unberührt zeigt sich die Natur, die Äste der Bäume biegen sich unter der Last des Schnees und ächzen bei jedem Windstoß. Nach einer Weile wandert Robert zurück zum Steg, hockt sich hin und wärmt seine kalten Hände mit dem Atem. So sitzt er eine Zeit lang dort und lässt die Gedanken treiben.
Er fühlt Glück, wieder hier sein zu dürfen, aber auch eine leise Angst, was heute passieren könnte. Ein Motorengeräusch reißt ihn aus der Starre.
Paul Martín
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