Mario

Mario – ein Augenblick, der blieb

„Mario“ ist kein erfundener Romanstoff. Es ist ein Augenblick meines eigenen Lebens.

Ich war siebzehn Jahre alt. Ein eher stiller Junge, gut in Mathematik und daran gewöhnt, mich zurückzunehmen. Und dann war da Mario.

Was zwischen uns entstand, konnte ich damals kaum benennen. Es begann mit Blicken auf dem Schulflur, kleinen Begegnungen und dem Gefühl, dass Mario meine Nähe suchte. Irgendwann wusste ich, dass er mir mehr bedeutete als andere Jungen.

Aber dieses Wissen bedeutete noch lange nicht, dass ich bereit war, es anzunehmen.

Dann kam jener Nachmittag am Klarpfuhl.

Eigentlich ging es um Mathematik. Mario hatte mich zu sich eingeladen, und die Schulaufgaben waren ein unverfänglicher Grund dafür. Doch irgendwann lagen die Hefte nur noch auf dem Tisch.

Aus einem gewöhnlichen Nachmittag wurde ein Augenblick, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.

„Mario“ erzählt von meiner ersten Liebe.

Aber es erzählt ebenso von einer Zeit, in der ich selbst noch nicht in der Lage war, meine Gefühle wirklich anzunehmen. Von Unsicherheit, von Erwartungen und von der Angst davor, einen Weg zu gehen, für den ich damals noch nicht bereit war.

Mein Leben ging weiter. Ich heiratete, gründete eine Familie und versuchte lange, ein Leben zu führen, von dem andere glaubten, es sei das richtige für mich.

Mario aber blieb eine Erinnerung.

Viele Jahre später kehrte ich noch einmal an den Klarpfuhl zurück. Der Ort war noch da. Und mit ihm waren plötzlich auch die Bilder jener Zeit wieder da.

Im Buch steht ein Satz, der vielleicht am besten ausdrückt, was ich rückblickend über diesen Teil meines Lebens empfinde:

„Ich war nicht zu spät, weil Mario mich nicht wollte.
Ich war zu spät, weil ich mich selbst zu lange nicht gewollt hatte.“

„Mario“ ist nicht die Geschichte eines gemeinsamen Lebens. Dafür war unsere gemeinsame Zeit viel zu kurz.

Es ist die Geschichte eines Augenblicks meiner Jugend – eines Augenblicks, der eigentlich längst hätte verblassen können.

Aber manche Augenblicke tun das nicht.

Sie bleiben irgendwo in uns erhalten, selbst wenn Jahrzehnte vergangen sind.

Mario gehörte nur für eine kurze Zeit zu meinem Leben.

Aber manchmal genügt ein Augenblick, um eine Erinnerung zu hinterlassen, die ein Leben lang bleibt.

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„Mario“ ist als E-Book erhältlich und kann ausnahmsweise auch über Kindle Unlimited gelesen werden.

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