
Zwischen Dämonen beginnt mit einem Kind, das noch Sebastián Thiago heißt.
Er ist klein, verunsichert, und versteht nicht, warum er plötzlich in einem Waisenhaus steht. Ein Gebäude mit langen Fluren, festen Abläufen und Stimmen, die freundlich klingen, aber keine Heimat sind. Dort verliert er nicht nur die Nähe zu seiner Familie, sondern auch Stück für Stück seine alte Identität. Aus Sebastián Thiago wird später Lars Jensen. Ein neuer Name. Ein neues Leben. Doch das Alte verschwindet nicht einfach. Es bleibt wie eine zweite Haut, unsichtbar, aber spürbar.
Dieser frühe Bruch prägt alles, was folgt.
Lars wächst heran mit dem tiefen Bedürfnis, Kontrolle zu gewinnen über eine Welt, die ihm einmal entglitten ist. Er wird Arzt, weil er retten will, was zu retten ist. Vielleicht auch, weil er nie wieder hilflos danebenstehen möchte. Gleichzeitig findet er in der Kunst einen Raum, in dem er fühlen darf, was im Alltag keinen Platz hat. Im Atelier begegnet er sich selbst ehrlicher als irgendwo sonst.
Der Roman begleitet ihn durch verschiedene Lebensphasen, durch Beziehungen, Verluste und Neuanfänge. Immer wieder stößt er an die unsichtbare Grenze zwischen dem, was er zeigt, und dem, was er verschweigt. Alte Erinnerungen an das Waisenhaus, an Verlust, an das Fremdsein tauchen auf. Die Frage nach seiner Herkunft, nach dem „Wer war ich?“ und „Wer bin ich wirklich?“ wird drängender.
Die Dämonen, von denen der Titel spricht, sind innere Stimmen: Zweifel, Scham, Schuld, Angst vor Nähe, Angst vor Wahrheit. Es sind die Schatten eines Kindes, das lernen musste, stark zu sein, bevor es bereit dafür war. Zwischen beruflichem Erfolg und persönlicher Unsicherheit steht Lars immer wieder an Weggabelungen, an denen er entscheiden muss, ob er weiter funktioniert – oder endlich lebt.
Zwischen Dämonen ist ein Roman über Identitätsverlust und Selbstfindung, über das Ringen mit der eigenen Geschichte und über die Kraft, sich ihr zu stellen. Es ist eine Geschichte über Liebe als Befreiung, über Vertrauen als Wagnis und über die Möglichkeit, auch nach tiefen Brüchen ein stimmiges Ganzes zu werden.
Und anders als viele dunkle Lebensgeschichten bleibt dieser Roman nicht im Schmerz stehen. Am Ende steht ein erarbeitetes, glaubwürdiges Happy End. Kein märchenhaftes, sondern eines, das aus Erkenntnis entsteht: Man kann den eigenen Dämonen begegnen – und trotzdem ins Licht gehen.
Eine intensive, bewegende Erzählung über einen Mann, der zweimal geboren wird.
– ISBN 978-3-6957-2582-3
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Hier farbige Vorlagen zu den Skizzen im Buch


























