1. Wie der Bär Stolperchen seinen Namen bekam

Es war einmal – ja, so fangen viele Geschichten an.
Aber diese hier ist wirklich passiert, vor vielen, vielen Jahren!
Unter einem Weihnachtsbaum lag ein kleiner Bär.
Er war weich, braun und sehr hübsch – mit einer hellblauen Schleife um den Hals.
Seine Knopfaugen funkelten neugierig.
Der kleine Bär dachte:
„Heute lerne ich meinen Menschenfreund kennen. Hoffentlich mag er mich! Ich will doch für immer bei ihm bleiben.“
Da – trampel, trampel, trampel! – kam ein Junge ins Zimmer gerannt.
„Juchhuuu, Weihnachten!“, rief er.
Der Junge hieß Peter.
Als er den Bären sah, strahlte er übers ganze Gesicht:
„Oh! Ein Teddy! Mein Teddy!“
Der kleine Bär fühlte sofort: Das ist mein Freund! Für immer!
Von diesem Tag an waren Peter und der Bär unzertrennlich.
Sie spielten, lachten, machten Ausflüge.
Und abends kuschelten sie sich müde ins Bett.
Eines Tages hatte Peter eine Idee:
„Teddy, du sollst laufen lernen!“
Er nahm den Bären an die Pfoten und stellte ihn auf den Boden.
Eins – zwei – drei Schritte … dann ließ er los.
Und – Plumps!
Da fiel der Teddy hin.
Peter probierte es noch einmal.
Eins – zwei – drei Schritte … loslassen …
Plumps!
„Ach nein!“, rief Peter. „Warum kannst du nicht laufen?“
Da kam Mama herein und sagte lächelnd:
„Weißt du, Peter, als du klein warst, bist du auch immer hingefallen.
Du hast gestolpert, bis du laufen konntest.
Dein Teddy ist eben noch ein kleines … Stolperchen.“
Peter lachte:
„Stolperchen! Das ist ja ein lustiger Name. Ab heute heißt du so!“
Der Bär freute sich riesig. Endlich hatte er einen richtigen Namen: Stolperchen!
Die Jahre vergingen. Peter wurde groß, doch Stolperchen blieb klein.
Peter nahm ihn überall mit, behielt ihn immer bei sich und legte ihn schließlich in eine Truhe mit seinen liebsten Schätzen.
Und heute?
Heute hat Stolperchen einen neuen Freund: Max, Peters kleinen Sohn.
Nun darf Stolperchen alles noch einmal erleben – spielen, kuscheln, Geheimnisse teilen.
Aber wie es kommt, dass Moritz mit Stolperchen sprechen kann –
👉 das, Kinder, erzähle ich euch in der nächsten Geschichte.