Renda ist ein fiktiver Sehnsuchtsort des Autors, gelegen nordöstlich von Berlin.
Es handelt sich um ein Grundstück an einem See, auf dem einst das Haus der Familie Heilemann stand – Ferdinand und Maria Heilemann lebten dort mit ihren Töchtern Marlies und Konstanze.
Am 8. März 1945 zerstörte eine Fliegerbombe sämtliche Häuser dieser kleinen Ortschaft – nur das Haus der Heilemanns blieb wie durch ein Wunder unversehrt.
Zu den Nachbarn gehörten Franz und Emma Renzow, die eine Tochter namens Martha hatten. Während ihre Eltern bei dem Angriff ums Leben kamen, wurde die fast volljährige Martha von der Familie Heilemann aufgenommen.
Jahre später wird Marthas Sohn Robert regelmäßig seine Nenngroßeltern besuchen. Er spielt im Garten mit „Opa Heilemann“ und genießt den berühmten Streuselkuchen von Oma Heilemann. Robert liebt diesen Ort – bis 1961 die Mauer gebaut wird. Als Westberliner Kind darf er Renda nun nicht mehr besuchen.
Erst nach der Wende findet er den Ort zufällig wieder – und begegnet dort seiner eigenen Vergangenheit, die er längst vergessen glaubte.

Leseprobe:
Der unberührte Schnee knirscht unter den Reifen, als Robert langsam weiterfährt und die ersten Spuren hinterlässt. Die Sonne des frühen Tages schickt ihre Strahlen über den See und lässt den Blick zum Haus wie ein Zauberbild erstrahlen. Ganz langsam fährt er weiter, bis er den Schuppen erkennt, der in gutem Zustand zu sein scheint. Er bleibt stehen, stellt den Motor ab, zieht den Zündschlüssel, öffnet die Autotür, steigt aus und sieht sich erstaunt um.
Die Luft ist für Ende November klirrend kalt, und er wickelt sich den Schal fester um den Hals. Doch er ist in einem Zauberland angekommen: Völlig unberührt zeigt sich die Natur, die Äste der Bäume biegen sich unter der Last des Schnees und ächzen bei jedem Windstoß. Nach einer Weile wandert Robert zurück zum Steg, hockt sich hin und wärmt seine kalten Hände mit dem Atem. So sitzt er eine Zeit lang dort und lässt die Gedanken treiben. Er fühlt Glück, wieder hier sein zu dürfen, aber auch eine leise Angst, was heute passieren könnte. Ein Motorengeräusch reißt ihn aus der Starre.